ISO 10005: Richtlinien für Qualitätspläne

Die ISO 10005 beschreibt, wie Qualitätspläne innerhalb eines Qualitätsmanagementsystems umzusetzen sind. Diese Norm wurde jetzt überarbeitet und neu veröffentlicht als ISO 10005:2018 Quality Management – Guidelines for quality plans.

Ob man ein Projekt, ein Produkt oder eine Dienstleistung anbieten will: Alles benötigt eine Serie von miteinander verbundenen oder komplementären Prozessen und Aufgaben. Diese müssen geplant werden, damit Unternehmen bessere Ergebnisse erzielen. Ein Qualitätsplan hilft Organisationen dabei, dieses Ziel zu erreichen. Er umfasst Spezifikationen der Aufgaben, Verantwortlichkeiten und der mit den Aufgaben verbundenen Ressourcen. Der Plan beschreibt im Detail, wie ein Produkt oder eine Dienstleistung produziert wird und welchen Einfluss das auf andere Prozesse oder Teile des Geschäfts hat.

Komplementär zur ISO 9001

Die ISO 10005 wurde speziell dafür überarbeitet, so dass sie nun mehr Hilfe und Beispiele bietet, so dass Unternehmen jedweder Art und Größe von ihr profitieren können. Die Norm basiert auf denselben Konzepten und Prinzipien wie die ISO 9001, jedoch ist es nicht zwingend nötig, die QM-Norm implementiert zu haben, um die ISO 10005 nutzen zu können. Eines dieser Prinzipien ist beispielsweise der risikobasierte Ansatz, der dabei helfen soll, sich für bestimmt Prozesse, Ressourcen und Methoden zu entscheiden.

Die ISO 10005 wurde von einer Arbeitsgruppe aus 26 Mitgliedern des ISO Technical Committeee ISO/TC 176/SC 2 (Qualitätssysteme) entwickelt.

Hanser Verlag/ISO

Europäische Richtlinien: Bedeutung unterschätzt

Richtlinien der Europäischen Union spielen in der Gedankenwelt eines mittelständischen Unternehmers meistens keine große Rolle. Bevor sie eine direkte Auswirkung auf die Unternehmenspraxis haben, müs­sen sie zunächst in nationales Recht umgesetzt werden. Das werden sie jedoch zwangsläufig – dazu sind die Mitgliedsstaaten der EU verpflichtet.

Bestes Beispiel ist die EG-Maschinenrichtlinie, die sich im deutschen Produktsicherheitsgesetz (ProdSG) wiederfindet. Aber auch die Bau­produktenverordnung (BauPVo EU 305/2011), in der unter anderem die CE-Kennzeichnungspflicht geregelt ist, hat massive Auswirkungen auf die tägliche Arbeit in vielen Unternehmen.

Wenn es dann soweit ist, dauert es oft noch eine Weile, bis sich die neuen Anforderungen an Unternehmen herumsprechen und die Tragweite der Konsequenzen verstanden wird. Bis zur verbindlichen Umsetzung bleibt dann nur noch wenig Zeit – oft zu wenig, um die sinnvollste und kostengünstigste Handlungsmöglichkeit zu wählen.

Häufigste Probleme

Weil die Zahl der europäischen Richtlinien beständig zunimmt, sind die meisten Unternehmen mit diesen Informationen überfordert. Rechtlich bindende Änderungen werden oft zu spät umgesetzt, manchmal auch komplett verschlafen.

Vielen Unternehmern ist nicht klar, dass aus Richtlinien zwangsläufig nationale Gesetze werden. Hersteller, die ein Produkt mit CE-Kenn­zeichnung auf den Markt bringen, kennen nicht einmal die zugrunde liegende EU-Richtlinie.

Empfehlung

Europäische Richtlinien, die für die eigene Branche relevant sind, sollten jederzeit im Auge behalten werden. Gute Fachzeitschriften oder Internetdienste können helfen, sich frühzeitig zu informieren, aber auch Verbände und Vereine wie VDI, VDMA oder DIN sind geeignete Quellen. Externe Dienstleister können die Lage noch zuverlässiger und individueller im Auge behalten.

Es empfiehlt sich, frühzeitig auf Änderungen zu reagieren, um nicht in den letzten Monaten vor der verbindlichen Einführung eine Notlösung stricken oder rechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen.

Vorträge Normen-/Kundentreffen 2014

Standardisierungsmanagement – Lloyd Dynamowerke GmbH & Co. KG

ISO 9001 – Herr Sascha von Nethen, EuroConsult Deutschland GmbH

CE-Ready in der Praxis – Frau Anja Grützner und Herr Andreas Ittermann – PC Force GmbH

 

besprochene Richtlinien:

Niederspannungsrichtlinie 2014/35/EU

Richtlinie über die elektromagnetische Verträglichkeit 2014/30/EU

Richtlinie über einfache Druckbehälter 2014/29/EU

Messgeräterichtlinie 2014/32/EU

Richtlinie über nicht selbsttätige Waagen 2014/31/EU

Richtlinie über Explosivstoffe für zivile Zwecke 2014/28/EU

Pyrotechnische Gegenstände 2013/29/EU

ATEX-Richtlinie 2014/34/EU

Richtlinie über Aufzüge 2014/33/EU