DIN Normungsbarometer 2025 zeigt: Deutschland weltweit führend in der internationalen Normung, doch internationale Konkurrenz holt auf
ISO-Sekretariate in der internationalen Normung das weltweite Ranking an. Doch der Wettbewerb um Standards verschärft sich zunehmend: China konnte den Anteil seiner ISO-Sekretariate seit 2016 nahezu verdoppeln und nutzt Normung zunehmend als strategisches Instrument in der globalen Technologisierung.
Christoph Winterhalter, Vorstandsvorsitzender von DIN verweist auf den direkten Zusammenhang zwischen Normung und Wirtschaftskraft: „Wer internationale Standards setzt, prägt Märkte und sichert Technologieführerschaft. Deutschland hat seine Führungsposition in der Normung behauptet – und das, obwohl unser Anteil am Welthandel gesunken ist. Doch Normung wird weltweit zum geopolitischen Instrument. Wir müssen aus dieser Entwicklung lernen und unsere Stärken gezielt in Zukunftsfelder übertragen“.
Das Internationale Barometer zeigt: Deutschland dominiert in seinen industriellen Kernbranchen. In der internationalen Normung (ISO) führt es in den Feldern Umwelt, Maschinenbau, Querschnittsthemen und Spezialtechnologien. Auf europäischer Ebene (CEN) hält DIN 28,7 % aller Sekretariate und ist damit klarer Marktführer in Europa. Besonders stark ist Deutschland in den Bereichen Gesundheit und Arbeitssicherheit, Maschinenbau und chemischen Erzeugnissen.
In digitalen Themenfeldern steht es jedoch unter Zugzwang, denn die USA führen mit 31,3 % der ISO-Sekretariate im IT-Bereich, gefolgt von Großbritannien. Auch China ist inzwischen in die Top 10 vorgestoßen und positioniert sich immer stärker, beispielsweise in Künstlicher Intelligenz, 6G und Cloud Computing. Südkorea treibt die Standardisierung des Metaverse, Japan das Thema Sprachverarbeitung voran. Mit 4,2 % liegt Deutschland im IT-Bereich nach wie vor deutlich zurück, zeigt aber wachsende Dynamik, etwa bei Quantentechnologie und beim Digitalen Produktpass.
Während Deutschland und Europa traditionell auf Kooperation zwischen Staat, Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft setzen, verfolgen andere Länder Normung gezielt als staatliches Steuerungsinstrument. China treibt, unter Einsatz erheblicher Ressourcen, eine staatlich gesteuerte Normungsstrategie voran, während die USA auf ein industriegetriebenes, staatlich aber stark unterstütztes Modell setzen. Die US-Regierung nutzt insbesondere Handelsverträge, um amerikanische Standards international durchzusetzen. Gleichzeitig stellt der Kongress erhebliche Mittel bereit, damit die USA in der Normung international führend bleiben.
Zudem wächst der Anteil an durch asiatische Länder geführten ISO-Sekretariaten kontinuierlich – besonders China, Indien und Südkorea nutzen Normung gezielt, um ihre technologischen
Zudem wächst der Anteil an durch asiatische Länder geführten ISO-Sekretariaten kontinuierlich – besonders China, Indien und Südkorea nutzen Normung gezielt, um ihre technologischen Interessen global durchzusetzen. Damit wird Normung zum geopolitischen Faktor – ein Wettbewerb um Regeln, der über Marktzugang, Vertrauen und technologische Souveränität entscheidet.
Um seine Position als Normungsvorreiter zu sichern, muss Deutschland seine Stärke gezielt in Zukunftsfeldern wie Künstlicher Intelligenz, Quantentechnologie, Medizin, Gesundheitswesen und beim Digitalen Produktpass einbringen. DIN sieht hier drei zentrale Handlungsfelder: Digitale Normung forcieren, Zukunftsfelder strategisch besetzen und Normung als strategisches Instrument verstehen und verankern, indem es Standardisierung frühzeitig in Forschung, Innovations- und Wirtschaftspolitik integriert.
„Normung ist ein zentraler Wettbewerbsfaktor für die exportorientierte deutsche Wirtschaft. Exporte im Wert von über 1,5 Billionen Euro jährlich profitieren von Standards, die mit starker deutscher Beteiligung unter der Leitung von DIN erarbeitet wurden“, so Winterhalter. „Jetzt geht es darum, die Weichen für die Zukunft zu stellen – mit klarem Fokus auf die Zukunftsfelder unserer Wirtschaft.“
PressePortal: Deutschland bleibt weltweit führend beim Engagement in der internationalen Normung – doch der globale Wettbewerb verschärft sich
