Mehr Klarheit bei der Normung zur Maschinensicherheit

Die Grundnorm DIN EN ISO 12100 gibt Leitsätze und Begriffsdefinitionen für die Gewährleistung der Sicherheit von Maschinen, allerdings gilt sie als schwer verständlich – insbesondere im Zusammenspiel mit anderen wichtigen Normen. Die internationalen Standardisierungsgremien haben daher einen Leitfaden veröffentlicht, der seit Juli 2016 auch auf Deutsch erhältlich ist. Unter der Bezeichnung DIN ISO/TR 22100-1 erklärt das Dokument die Zusammenhänge zwischen der Grundnorm und den zahlreichen Typ-B- und Typ-C-Normen, die gezielte Vorgaben für spezielle Sicherheitsaspekte, Schutzeinrichtungen oder Gerätetypen bereitstellen.

Die INMAS GmbH, die Unternehmen bei der wirtschaftlichen und rechtssicheren Anwendung von Normen unterstützt, empfiehlt Konstrukteuren und Herstellern von Maschinen eine Überprüfung ihrer bisherigen Vorgehensweise unter Berücksichtigung des neuen Leitfadens. „Bis jetzt herrschte oft große Unklarheit, welche Normen bei der Umsetzung der DIN EN ISO 12100 zugrunde gelegt werden müssen“, erklärt INMAS-Geschäftsführer Manfred Skiebe. „Der neue Leitfaden erleichtert die Zuordnung erheblich.“

Das Dokument, das auch als „DIN SPEC 33886“ veröffentlicht wurde, erläutert die Einteilung von Normen zur Maschinensicherheit in Typ-A-Normen, Typ-B-Normen und Typ-C-Normen sowie deren wechselseitigen Beziehungen. Darüber hinaus wird die Realisierung einer hinreichenden Risikominderung bei der praktischen Konstruktion von Maschinen dargestellt. Zum besseren Verständnis zeigt eine bildliche Darstellung die Einordnung vieler Dokumente in den Prozess.

Ergänzend zum ersten Teil des Leitfadens bietet ein zweiter Teil (DIN ISO/TR 22100-2) konkrete Hinweise auf die Beziehung zwischen der Grundnorm DIN EN ISO 12100 und der ISO 13849-1, die sich mit Gestaltungsleitsätzen zu sicherheitsbezogenen Teilen von Steuerungen beschäftigt. „Dieser Teil ist bereits 2014 erschienen, allerdings ist er in vielen Unternehmen noch nicht bekannt“ erläutert Skiebe. „Es lohnt sich auf jeden Fall, die Prozesse in der Konstruktion und Produktion auch mit diesem Dokument abzugleichen.“

Der Leitfaden (offizielle Bezeichnung: „Technischer Report“) DIN ISO/TR 22100 kann beim Beuth Verlag in Berlin oder bei Austrian Standards in Wien erworben werden. Fachliche Auskünfte erteilt INMAS-Geschäftsführer Manfred Skiebe unter Tel. 0421 56969-255 oder E-Mail skiebe@inmas.de.

Tagesseminar: „CE-Risikoanalyse – Von der Theorie zur Praxis“

Die Risikoanalyse ist ein zentrales Element der CE-Kennzeichnung, die für den Vertrieb vieler Produkte innerhalb der EU gesetzlich vorgeschrieben ist. Vielen mittelständischen Unternehmen fehlt jedoch das Know-how, um diese Aufgabe rechtssicher bewältigen zu können. Die INMAS GmbH bietet daher am 13. Juni 2016 ein eintägiges Kompaktseminar an, in dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen, ohne externe Hilfe Risikoanalysen durchzuführen.

Das Seminar besteht aus zwei Blöcken. Am Vormittag werden die Teilnehmer über die relevanten EU-Richtlinien und die damit verbundenen rechtlichen Vorgaben des Produktsicherheitsgesetzes informiert. Darüber hinaus werden die wichtigsten EN-Sicherheitsnormen vorgestellt. Ein besonderer Fokus liegt hier auf der Erstellung von Bedienungsanleitungen, weil in diesem Bereich oft Fehler passieren, die erhebliche Schadensersatzforderungen zur Folge haben können.

Im zweiten Block werden die Teilnehmer in die Risikoanalyse und –beurteilung mit dem Programm CE-Ready eingewiesen. Anschließend führen sie unter Anleitung des Referenten eine beispielhafte Risikoanalyse durch. CE-Ready verfügt über verschiedene Module, die unter anderem auch für die Dokumentation der Betriebs- und Arbeitssicherheit eingesetzt werden können.

Geleitet wird das Seminar von Dr.-Ing. Armin Vornberger, der über umfassende Erfahrung in den Bereichen Konstruktion, Fertigung und Dokumentation verfügt. Er war unter anderem bereits als stellvertretender technischer Geschäftsführer, Bereichsleiter Konstruktion / Dokumentation / Einkauf / Fertigung / Logistik und Hauptabteilungsleiter in der Technischen Entwicklung bei verschiedenen Unternehmen tätig.

Weitere Informationen: INMAS GmbH, Tel. 0421 56969-255, E-Mail info@inmas.de, www.inmas.de

Interpretationspapier – Wesentliche Veränderungen von Maschinen/April 2015

Interpretationspapier – Wesentliche Veränderungen von Maschinen/April 2015

Mit diesem Interpretationspapier wurde eine lange überfällige Anpassung vorgenommen, die aus dem Produktsicherheitsgesetz herrührt.
Eine grundlegende Aussage aus dem Leitfaden Maschinenrichtlinie § 72 wurde hier platziert:

„Die MRL gilt auch für Maschinen, die auf gebrauchten Maschinen basieren, welche so wesentlich verändert worden sind, dass sie als neue Maschine angesehen werden können. Es stellt sich damit die Frage, ab wann ein Umbau einer Maschine gilt, welche der Maschinenrichtlinie vorliegt. Es ist nicht möglich, präzise Kriterien zu formulieren, mit denen diese Frage in jedem Einzelfall beantwortet wird.“

Das vollständige Papier finden Sie hier…

Unvollständige Maschine, Auswechselbare Ausrüstung oder Werkzeug?

Um sich zunächst die Frage beantworten zu können, ist es notwendig sich der Definition nach Maschinenrichtlinie zu widmen.
Hier heißt es in Artikel 2 Absatz b):

„ …eine Vorrichtung, die der Bediener einer Maschine oder Zugmaschine nach deren Inbetriebnahme selbst an ihr anbringt, um ihre Funktion zu ändern oder zu erweitern, sofern diese Ausrüstung kein Werkzeug ist“.

Weiter gilt es zu betrachten, was im Anhang I Nr. 1.1.1.d) der Maschinerichtlinie festgelegt ist, nämlich die Definition Bedienungspersonal.
Sinngemäß heißt es hier – dass die Person bzw. die Personen, die für die Installation, Betrieb, Einrichten, Wartung, Reinigung, Reparatur oder Transport von Maschinen zuständig sind.

Einfach Zusammengefasst:

Es handelt sich bei der auswechselbaren Ausrüstung um technische Anbaugeräte, die eigens dafür konstruiert und ausgeführt werden, um diese Ausrüstungen durch den Bediener an die bereits in Betrieb genommene Maschine anzubringen.

Dies ist das entscheidende Merkmal zu allen anderen möglichen Zuordnungen, also unvollständige Maschine oder Werkzeug – denn die Art und Weise der Handhabung und Nutzung ist ausschließlich dem Bediener überlassen – natürlich nach der vom Hersteller erstellten Bedienungs- und Montaganleitung.

Eine unvollständige Maschine wird so konstruiert und ausgeführt, dass sie einmalig eingebaut und installiert wird und genau dort verbleibt.

Werkzeuge werden so charakterisiert – Produkte die das zu bearbeitende Fertigungsteil direkt berühren, ohne die Funktion der Maschine zu ändern oder zu erweitern (Klassiker: der Bohrer, die Fräse).

Das Zusammenbringen von auswechselbarer Ausrüstung und Grundmaschine stellt selbstverständlich keine neue Maschine im Sinne der Gesamtheit von Maschinen wie sie in Artikel 2 a der Maschinenrichtlinie beschrieben wird, dar.

Begründung für diese unsinnige Annahme ist der, dass der Hersteller der Grundmaschine aufgrund der spezifischen Anwendungen und der Teils komplexen Bauarten von auswechselbaren Ausrüstungen, keine vollständige Aussage zu den sich ergebenen Gefährdungen machen kann.

Fazit:

Genau um dieses Defizit in den Betrachtungen zweier Hersteller ausgleichen zu können, ist der Begriff – auswechselbare Ausrüstung – in den Anwendungsbereich der Maschinenrichtlinie aufgenommen worden.