Made in Germany unter Beschuss

Veröffentlicht am 3. September 2013 von in Allgemein

1

Die Bezeichnung „Made in Germany“ hat ihren Ursprung nicht in Deutschland, sondern in Großbritannien – und war als Warnung gedacht.

Nach dem Handelsmarkengesetz von1887 mussten aus Deutschland importierte Waren gekennzeichnet sein. Die Briten wollten so ihre Wirtschaft schützen und Verbraucher davon abhalten, die vermeintliche deutsche Billig-Konkurrenz zu kaufen. Doch die Aufschrift stand schon bald für das Gegenteil: für Qualität.

Grundsätzlich können Firmen „Made in Germany“ auf ihren Produkten selbst platzieren oder bei privaten Dienstleistern wie dem TÜV, Zertifikate erwerben. Für die Einfuhr in bestimmte Staaten wie die USA und Saudi-Arabien ist die Herkunftsbezeichnung verpflichtend. Eine offizielle Vergabestelle oder einheitliche Kriterien gibt es nicht, die Hersteller nutzen „Made in Germany“ auf eigene Verantwortung. Haben Zollbehörden, Konkurrenten oder Verbraucher Zweifel, ob eine Ware das Siegel verdient, müssen jedoch Beweise her. In der Praxis spielen Regeln aus dem Zollamt eine wichtige Rolle. Demnach hat eine Ware ihren Ursprung in Deutschland, wenn dort letzte „wesentliche“ Be-oder Verarbeitung stattgefunden hat. Weil die EU die Regeln für Herkunftsbezeichnungen bei Importen überarbeiten will, schlug nun die deutsche Industrie Alarm. Sie befürchtet, dass sich auch die Kriterien für „Made in Germany“ verschärfen könnten.

One Response to “Made in Germany unter Beschuss”

  1. Hans M. Knoll sagt:

    Demnach hat eine Ware ihren Ursprung in Deutschland, wenn dort letzte „wesentliche“ Be-oder Verarbeitung stattgefunden hat. Weil die EU die Regeln für Herkunftsbezeichnungen bei Importen überarbeiten will, schlug nun die deutsche Industrie Alarm.

    Was nütz nun diese Meldung?
    Wird das verwässert oder nicht?

    Es ist doch jetzt schon nicht mehr klar, wenn der Hauptanteil der Bestandteile eines Produktes aus Übersee etc. kommt, ist das noch Made in Germany?

Kommentar schreiben